Dezember 2008 

Start für  Projekt der fünf Sucht-Selbsthilfeverbände

Selbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung

 

Gesünder essen, mehr bewegen und auf die Zigarette verzichten – das sind die Ziele eines gemeinsamen Gesundheitsprojektes der fünf in der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) organisierten Sucht-Selbsthilfeverbände, das auf der Kick-off-Veranstaltung am letzten Oktoberwochenende in Erkner bei Berlin gestartet ist. „Suchtselbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung“ (S.o.G.) lautet der Titel des vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierten und von der DHS unterstützten Projektes, mit dem die Sucht-Selbsthilfeverbände ihre 83.000 Gruppenteilnehmerinnen und Gruppenteilnehmer in rund 4.800 Gruppen zu einem gesundheitsbewussteren Leben motivieren und neue Impulse setzen wollen.

 

Zum Start des neuen Projektes gratulierte Dr. Raphael Gaßmann, stellvertretender Geschäftsführer der DHS, den rund 80 Teilnehmenden des Auftaktwochenendes: „S.o.G. ist mit Abstand das interessanteste Projekt in einer Reihe von vielen wichtigen Projekten, die von der Sucht-Selbsthilfe in den letzten Jahren durchgeführt wurden.“

 

Im Mittelpunkt des bis 2010 laufenden Projektes stehen die Themen Ernährung, Bewegung und Rauchen. Informationen dazu werden in drei Workshops in vier Regionen an insgesamt 80 Ehrenamtliche aus den Selbsthilfegruppen der fünf Verbände vermittelt. Sie sollen das so erworbene Wissen bundesweit in ihre Gruppen und ihre Regionen tragen. Das Projekt bietet damit auch die große Chance, Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Bildung zu erreichen, die sonst möglicherweise nur schwer zum Thema Gesundheit zu erreichen sind.

 

Selbsthilfegruppen sind für viele Menschen, Suchtkranke ebenso wie Angehörige, eine bewährte und hilfreiche Anlaufstelle, um die Abhängigkeit und deren gesundheitliche Folgen aufzuarbeiten. Die Gruppen bieten lebensnahe und langfristige Hilfe, dabei spielen Gemeinschaft und Begegnung und die eigene Betroffenheit eine wichtige Rolle. „Mit dem Weg in die Gruppe haben die Teilnehmenden einen wichtigen Schritt für ihre Gesundheit getan“, sagt Hannelore Breuer, Bundesvorsitzende des Blauen Kreuzes in der Evangelischen Kirche. „Nun sollen auch die weiteren Schritte für eine stabile körperliche Gesundheit stärker in die Angebote der Gruppen integriert werden. Zwar bieten manche Gruppen bereits gesundheitsfördernde Aktivitäten“, so Hannelore Breuer, „doch die gesundheitlichen Folgen der Suchtkrankheit müssten in den Gruppen selbstverständlicher zum Thema gemacht werden.“

 

Laut Statistik der fünf Verbände aus dem Jahr 2006 raucht jede zweite Gruppenbesucherin bzw. jeder zweite Gruppenbesucher. Viele bewegen sich zu wenig und haben ungesunde Ernährungsgewohnheiten. Suchtkranke können sich häufig nur schwer entspannen. Angehörige haben sich oft bis zur Erschöpfung mit dem kranken Familienmitglied befasst und eigene Bedürfnisse verdrängt. Viele Ehrenamtliche engagieren sich in hohem Maße für die Gruppen und die Verbände. Sie haben mit dem Projekt die Chance zu lernen, bewusster mit ihrer Gesundheit umzugehen und damit einen wichtigen Schritt zu einem zufriedenen Leben ohne Suchtmittel zu machen. Das Interesse am Thema Gesundheit jedenfalls erwies sich als groß. Die 80 Plätze für die Workshops waren innerhalb kürzester Zeit belegt. „Das hat uns gezeigt, dass wir mit dem Thema Gesundheit genau richtig liegen“, freut sind Hannelore Breuer.

 

Mehr als 50 Fotos von der Kick-off-Veranstaltung stellt der Kreuzbund auf der Internetseite http://www.kreuzbund.de/galerie/2008_10/index.html zum Downlaod bereit.

 


November 2008

 

Suchtselbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung (S.o.G.)

 

Ein Projekt der fünf Suchtselbsthilfeverbände – finanziert aus Bundesmitteln des

Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)

 

Projektlaufzeit: April 2008 bis September 2010

 

Die Suchtselbsthilfe leistet in Deutschland anerkannte und unverzichtbare Arbeit in der Hilfe und Nachsorge für Menschen mit Suchtproblemen und deren Angehörige. Neben einer Vielzahl und Vielfalt von Gruppen werden Einzelberatungen und eine breite Palette von weiterführenden Aktivitäten im Bildungs- und Freizeitbereich     angeboten. Suchtselbsthilfe als lebensnahes, alltagsorientiertes und langfristig     begleitendes Unterstützungssystem ist besonders für Suchtgefährdete/Suchtkranke und deren (Familien-)Umfeld bei der Überwindung einer Suchterkrankung von      unschätzbarer Bedeutung. Die Angebotsstrukturen sind grundsätzlich auf Ver-änderungsprozesse - weg von der Sucht und hin zu einer abstinenten, zufriedenen Lebensführung - ausgerichtet. Oftmals fällt es Menschen jedoch schwer, ihren Lebensstil über das „notwendige Maß“ (Abstinenz vom Suchtmittel bzw. Veränderung des suchtbezogenen problematischen Verhaltens) hinaus zu verändern. Rauchen, Fehl- oder Mangelernährung, Bewegungsmangel, Stress und ungesunde Lebensrhythmen werden beibehalten. Die durch den Suchtmittelkonsum oder den andauernden Stress als Angehörige/r bedingten Schädigungen können langfristig negative Folgen für die Gesundheit, für das Wohlbefinden und die psychische Stabilität haben. Ändert sich der Lebensstil nicht, besteht erhöhte Rückfallgefahr in alte Konsummuster und Verhaltensweisen.

 

Im Projekt „Suchtselbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung“ (S.o.G.) soll es darum gehen, die Angebotsstrukturen in den Gruppen gezielt um Themen besonders im Bereich der körperlichen Gesundheit zu erweitern. Die Arbeit der Suchtselbsthilfe geht über die unmittelbare Bewältigung der Sucht(mittel)problematik hinaus. Daher ist zur langfristigen Stabilisierung und zur positiven Veränderung des Lebensstils  sowohl körperliche als auch psychosoziale Gesundheit von hoher Bedeutung. In dem Projekt sollen folgende Themenkomplexe bearbeitet und für die Umsetzung in die Gruppenarbeit vor Ort aufbereitet werden:

 

·        Leiblichkeit – Bewegung/Sport

·        Gesundheitsbewusste Ernährung

·        Tabakkonsum - Rauchfrei leben (Problematisierung des Rauchens und    Angebote zur Tabakentwöhnung für „ausstiegswillige“ Raucher/-innen)

 

Im Projektablauf sollen die Rahmenbedingungen von positiver Veränderung und  gesundheitsförderndem Verhalten in der Suchtselbsthilfe erarbeitet werden. Ebenso hat diese Maßnahme zum Ziel, die Multiplikator/-innen des Projekts auf ihre Rolle vorzubereiten, Motivation für die Mitarbeit zu stärken und gleichzeitig methodisch die Grundlagen von Motivationsentwicklung und  –verstärkung zu vermitteln. Die Themenkomplexe Ernährung – Bewegung/Sport und (Nicht-) Rauchen sollen im   Jahre 2009 in vier Regionen in Workshops (mit je drei Wochenend-Veranstaltungen) engagierten ehrenamtlichen Multiplikator/-innen aus den fünf Verbänden vermittelt werden. Insgesamt stehen 80 bis 90 Plätze zur Verfügung, 10 bis 15 davon für das Blaue Kreuz in der Evangelischen Kirche. Die Teilnehmenden sollen dann die Themen in die Arbeit der Verbände bzw. in die Arbeit der Gruppen vor Ort transportieren. Ein Praxisleitfaden für Gruppen und Arbeitskreise wird die Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts festhalten. Mit diesem Leitfaden sollen ehrenamtliche  Kräfte in die Lage versetzt werden, wichtige gesundheitsbezogene Themen aufzugreifen, um damit die Arbeit ihrer Gruppe zu optimieren und um einen weitreichenden gesundheitsbewussten Ansatz zu erweitern.

 

Das Projekt hat eine Laufzeit vom 1. April 2008 bis zum 30. September 2010. Das Bundesverwaltungsamt hat das Projekt für die erste Projektphase bis Ende 2008 bewilligt. Eine Förderabsicht bis zum Projektende ist ausgesprochen worden.

 

Wir suchen ehrenamtliche Projektmitarbeiter/innen in den Gruppen, Vereinen und Landesverbänden des BKE, die an diesem wichtigen Thema „Gesundheitsförderung“ interessiert sind.

 

Interessierte melden sich schnellstmöglich bei

 

Hannelore Breuer (Tel. 0231 5864132, E-Mail: bke-breuer@t-online.de)

oder

Claudia Kornwald (Tel. 0231 5864132, E-Mail: bke-kornwald@t-online.de).

 

Mehr >>>>     Einladung und Anmeldung

 

 

 

Stand: 03.12.2008

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