Die Kooperation der fünf Verbände

Füreinander - Miteinander
Enge Kooperation der fünf Sucht-Selbsthilfeverbände seit Jahrzehnten bewährt

Teilweise seit mehr als 100 Jahren bieten die fünf Selbsthilfe- und Abstinenzverbände der freien Wohlfahrtspflege (allesamt Mitgliedsorganisationen der DHS, der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Hamm)  in heute ca. 5.000 Selbsthilfegruppen Suchtkranken, Suchtgefährdeten und Angehörigen eine unbürokratische jederzeit erreichbare Anlaufstation.

Die „fünf Verbände“ - das sind Blaues Kreuz in Deutschland (BKD), Wuppertal, Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche (BKE), Dortmund, Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe – Bundesverband (FK-BV), Kassel, Guttempler in Deutschland (I.O.G.T.), Hamburg, und Kreuzbund (Kreuzbund), Hamm. 

85 % aller Selbsthilfegruppen der Verbände werden als geschlechtergemischte Gruppe angeboten. Wöchentlich besuchen 85.000 Personen – mit 70 % mehrheitlich Suchtkranke - eine der Gruppen der fünf Verbände.

Eine interne Mitglieder- und Gruppenbefragung aus 2003 ergab, dass z. Zt. etwa 40 % der suchtkranken Gruppenbesucher nach einer stationären Therapie (Entwöhnungsbehandlung),
10 % nach einer ambulanten Therapie und weitere 10 % nach einer qualifizierten Entgiftungsbehandlung den Weg in die Gruppe fanden. Jeder fünfte Suchtkranke (20 %) wurde allein durch den (regelmäßigen) Besuch der Gruppe abstinent.

Bei rund 85 % der Suchtkranken stellt Alkohol das vorrangig konsumierte Suchtmittel dar. Fast 10 % geben an, mehrfachabhängig (polytoxikoman) zu sein.

Die Zahlen belegen den Stellenwert, den die organisierte Sucht-Selbsthilfe neben der professionellen Suchtkrankenhilfe in Deutschland einnimmt. Vielerorts verhelfen Selbsthilfegruppen der fünf Verbände der ambulanten und stationären Therapie zum nachhaltigen Erfolg, indem sie die Nachsorge und die Begleitung – auch der Angehörigen (resp. der Co-Abhängigen) – übernehmen. Sie bieten damit eine kostengünstige Dienstleistung innerhalb des Gesundheitssystems. Die Verbände und ihre Gruppen sind Ansprechpartner für Beratungsdienste, Behörden, Ärzte, Krankenhäuser, Betriebe und Kirchen.

Die Hauptaufgaben der Gruppen liegen in der Motivationshilfe für Suchtkranke, in der Begleitung der Angehörigen während der Therapie der Suchtkranken und in der Nachsorge für die ganze Familie. „Hilfe zur Selbsthilfe“ stellt das Grundprinzip der praktischen Gruppenarbeit aller Verbände dar.

Die Verbandsorganisation ist über alle historischen und strukturellen Grenzen hinweg hilfreich für eine innovative und zeitgemäße Sucht-Selbsthilfe. Sie stabilisiert die Selbsthilfegruppen, gibt viele hilfreiche Impulse für die Arbeit in der Gruppe und unterstützt die ehrenamtlich tätigen Gruppen- und Verbandsverantwortlichen.

Die Bundesverbände arbeiten seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll zusammen. Sichtbaren Ausdruck findet diese harmonische Kooperation in gemeinsamen politischen Interventionen und Stellungsnahmen („Große und kleine Anfragen“ zu alkoholpolitischen Forderungen, Parlamentarische Abende, Unterschriftenkampagne) sowie – seit Ende der 90er Jahre – in verbandsinternen und verbandsübergreifenden Pilotprojekten, die aus Mitteln des Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bonn/Berlin, finanziert und gefördert wurden.

An Themen wurden beispielsweise behandelt: „Aufsuchende Arbeit in der Selbsthilfe“, „Kinder aus suchtbelasteten Familien“, „Sucht im Alter“, „Alkohol am Arbeitsplatz“, „Rückfall“, „Sucht und Arbeitslosigkeit“ und zuletzt – „Brücken bauen – Junge Suchtkranke und Selbsthilfe“. Dieses jüngste und in 2006 beendete Projekt wurde erstmalig in Kooperation aller fünf Verbände durchgeführt und ist damit ein beredtes Zeugnis für das seit Jahren und Jahrzehnten gute Füreinander und Miteinander von BKD, BKE, FK-BV, Guttemplern und KB.

(V.i.S.d.P. Heinz-Josef Janßen, Bundesgeschäftsführer des Kreuzbund e. V., Hamm)

 


 Die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der fünf Verbände: vordere Reihe
v.l.n.r. Wiebke Schneider (GT), Käthe Körtel (FK-BV), Hannelore Breuer (BKE),
hintere Reihe v.l.n.r. Heinz-Josef Janßen (KB), Hermann Hägerbäumer (BKD)

 



    Stand:  24.08.2006
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