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Medikamente Medikamentengebrauch
– Medikamente sind
Mittel, die eingesetzt werden, um bestimmte Beschwerden und Krankheiten
zu behandeln. So ist es
vielfach
ein kalkuliertes Risiko, dass eine Abhängigkeit in Kauf genommen
wird,
um eine schwere Krankheit zu behandeln. Hierbei ist eine
umsichtige
ärztliche Begleitung und Überwachung unbedingt von
Nöten.
Die Wahl des Medikamentes sowie die Dosis und Dauer der Einnahme
sollten
verantwortungsbewusst mit der ÄrztIn abgestimmt werden.
Vom Gebrauch zum Missbrauch Meist wird das (spätere) Suchtmittel während einer ärztlichen Behandlung kennengelernt. So erscheint die Einnahme auch bei selbständiger Fortsetzung „legitimiert“ zu sein. Viele Menschen
greifen
eigenständig zu einem Medikament. Die Medikamente dieser
Eigenmedikation
sind nicht verschreibungspflichtig und unterliegen meist keiner
ärztlichen
Kontrolle und Begleitung. Hier beginnt der
Übergang zum Medikamentenmissbrauch. Zu erwähnen
sind auch schleimhautabschwellende Nasentropfen, die für viele
Menschen
zum alltäglichen Gebrauch gehören. Die Nebenwirkungen des
Präparats
(besonders die Austrocknung der Nasenschleimhaut) führen zu dem
Gefühl,
die Tropfen immer wieder nehmen zu müssen, damit ein freies
Durchatmen
möglich ist. Jedoch ist nicht
jede Selbstmedikation ein Missbrauch. Selbstmedikation hat auch etwas
mit
Eigenverantwortlichkeit der PatientInnen zu tun, die durchaus
unterstützenswert
ist. Goldene Regel ist: Bei andauernden Beschwerden die ÄrztIn
aufsuchen
und gemeinsam die weitere Behandlung abstimmen. Medikamentenabhängigkeit– was ist das? Etwa 6 - 8 % der viel verordneten Arzneimittel besitzen ein Suchtpotential. Jedoch nicht alle Medikamente, welche ein Suchtpotential haben, sind verschreibungspflichtig. So gibt es eine Vielfalt an Schmerzmitteln mit den Wirkstoffen Kodein und Koffein, die aufgrund ihrer aufputschenden Wirkung zu einer Abhängigkeit führen können. Der Übergang vom Missbrauch zur Medikamentenabhängigkeit ist fließend und nicht immer eindeutig vom Missbrauch zu trennen. Die Abhängigkeit ist gekennzeichnet durch eine psychische bzw. physische Abhängigkeit von einer oder mehreren Substanzen. Die physische Abhängigkeit führt zu einer steten Steigerung der Dosis, um eine gleichbleibende Wirkung zu erhalten. Diese körperliche Toleranzentwicklung ist ein klares Zeichen für eine physische Abhängigkeit. Eine psychische
Abhängigkeit
kann auch von Mitteln ohne Suchtpotential ausgelöst werden. So
kann
z.B. die Einnahme von Schmerzmitteln mit nur einem Wirkstoff (ohne die
potentiellen suchtfördernden Stoffe Kodein und Koffein) als so
angenehm
erlebt werden, dass diese Medikamente schon „vorsorglich“ eingenommen
werden,
weil „gleich wieder der Stau auf der Autobahn ist, wo ich so oft
Kopfschmerzen
bekomme“. Es werden die
Hoch
- Dosis - Abhängigkeit (stetig steigende Tablettenmenge) und die
Niedrig
- Dosis - Abhängigkeit (kontinuierliche Einnahme von ca. 1 - 2
Tabletten
am Tag) unterschieden. Folgen der Medikamentenabhängigkeit Die negativen Folgen bei einer Medikamentenabhängigkeit sind vielfältig. Die giftstoffabbauenden Organe wie Leber und Niere werden überlastet. Sie können ebenso wie Magen, Darm, Haut und Schleimhäute geschädigt werden. Durch die beruhigende Wirkung einiger Medikamente steigt die Unfallgefahr im Straßenverkehr oder bei der Bedienung von Maschinen. Starke
gesellschaftliche
Auffälligkeiten sind jedoch eher die Ausnahme, da die betroffenen
Personen im Alltag meist „gut funktionieren“ . Medikamente
werden
oft in Verbindung mit Alkohol eingesetzt. Diese
Doppelabhängigkeit
erhöht die negativen Folgen erheblich. So ist die gemeinsame
Einnahme
von Psychopharmaka und Alkohol äußerst gefährlich und
in
ihrer Wechselwirkung nicht mehr einzuschätzen. Medikamentenabhängigkeit
– * Von einer
Medikamentenabhängigkeit
sind etwa 800 000 Menschen in Deutschland betroffen. Hierbei handelt es
sich hauptsächlich (2/3) um Frauen ab dem 40. Lebensjahr. (Quellen:
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) (Hrsg.): Jahrbuch
Sucht
2000, Neuland-Verlag und DHS (Hrsg.)
Medikamentenabhängigkeit, Lambertusverlag, 1992) Gegen alles ist ein Kraut gewachsen... Kennen auch Sie den
schnellen Griff zur Tablette, um sich wieder ins seelische
Gleichgewicht
zu bringen ? Falls Sie einige
oder alle dieser Fragen mit „ja“ beantwortet haben und etwas
ändern
möchten, können Sie bei den folgenden Stellen Hilfe
finden. Selbsthilfe für Medikamentenabhängige und deren Angehörige BLAUES KREUZ IN
DER EVANGELISCHEN KIRCHE (BKE) Gesprächskreis
des BKE Guttempler in
Deutschland. Blaues Kreuz in
Deutschland Kreuzbund e.V.
Freundeskreise
für Suchtkrankenhilfe - Narcotics
Anonymous Beratungs– und Behandlungsstellen Weitere Adressen von Selbsthilfegruppen, Beratungs- und Behandlungsstellen in Ihrer Nähe erfahren Sie bei folgenden Einrichtungen: Deutsche
Hauptstelle
für Suchtfragen e.V. (DHS) Gesamtverband
für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der Ev. Kirche in
Deutschland
(GVS) Deutscher
Caritasverband
e.V. Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) donna
klara
e.V. „Schwindel-Frei“
Literatur BURMESTER, Jens
(Hrsg.):
Schlucken und ducken. Deutsche Hauptstelle
für Suchtfragen e.V. (Hrsg.): ERNST, Andreas /
FÜLLER, Ingrid: Schlucken und Schweigen. FAUST, Volker:
Psychopharmaka
- Arzneimittel mit Wirkung auf GORDON, Barbara:
Ich tanze so schnell ich kann. GOTTSCHALDT,
Matthias:
Alkohol und Medikamente. LANGBEIN, Kurt /
MARTIN, Hans-Peter / WEISS, Hans: NETTE, Angelika:
Medikamente. NETTE, Angelika:
Medikamentenprobleme in der Arbeitswelt, POSER, Wolfgang /
ROSCHER, Dietrich / POSER, Sigrid: |